Zeckenabwehr

Lange Zeit galt ein Zeckenbiss bei unseren Haustieren als unproblematisch. Heute wissen wir, dass ein Zeckenbiss auch bei Tieren folgenschwere Krankheitsbilder verursachen kann.

 

Was tun gegen diese Plage?

 

Ich persönlich bevorzuge natürliche Mittel wenn immer das möglich ist. Es gibt halt einfach nicht EIN Mittel das für ALLE die gleiche Wirkung hat. Jedes Tier reagiert unterschiedlich, was bei einem wunderbar funktioniert, zeigt beim anderen keine oder eine völlig andere Wirkung. Es kann auch von Jahr zu Jahr anders sein.

 

Zecken reagieren auf den Körpergeruch eines Menschen oder Tieres. Wird dieser Körpergeruch z.B. durch Ernährungsumstellung oder einer Entschlackungs-/Entgiftungskur verändert, werden wir für die Zecken uninteressant. Körpergeruch - das ist auch der Grund, warum manche Menschen oder Tiere weniger von Zecken befallen werden als andere.

 

 

Zecken entfernen

 

Was tun, wenn sich doch mal eine Zecke festgesaugt hat?

Es gibt verschiedene Zeckenpinzetten, da muss jeder selber ausprobieren, was am besten passt. Ich selber bevorzuge die Zeckenhaken. Es gibt sie in verschiedenen Grössen im Tierfachgeschäft. Wird die Zecke frühzeitig entdeckt, eignet sich der kleine Haken. Wenn sie schon dick und vollgesaugt ist, brauchts den grösseren.

Der Haken wird von der Seite her unter die Zecke geschoben, so dass sich die Zecke in der Öffnung befindet. Dann leicht drehen, nicht ziehen, bis sich die Zecke löst.

 

Bitte NIEMALS, und damit meine ich auch wirklich NIEMALS, Zecken mit ätherischen Ölen, sonstigen Ölen, Lack, Seife oder was auch immer betupfen um sie zu entfernen. Erstens wird sich die Zecke damit nicht lösen. Zweitens wird sie stressbedingt erbrechen weil sie fast nicht mehr atmen kann und da sie ja noch im Wirt drin steckt, ist das für die Gesundheit vom betroffenen Mensch oder Tier nicht gerade förderlich. Also Hände weg von solchen Methoden!

 

 

Möglichkeiten zur Vorbeugung

 

Heilsteine

In der Steinheilkunde gibt es verschiedene Steine, die eingesetzt werden können. Sie wirken auf den Stoffwechsel, wodurch sich der Körpergeruch verändert. Hunde können die Steine z.B. als Ketten tragen oder als Anhänger am Halsband befestigt. Bei Katzen ist diese Möglichkeit etwas heikel wegen der Verletzungsgefahr. Hier empfehle ich auf jeden Fall nur ein gut dehnbares Elastikband, wo die Katze notfalls mit dem Kopf ausschlüpfen kann wenn sie irgendwo hängen bleibt.
 
Die Steine können auch ins Trinkwasser gegeben werden. Hier finden Sie die Anleitung zur Herstellung des Steinwassers.

 

Kokosöl

Das Kokosöl kann ins Fell "eingestreichelt" werden. Bei Tieren mit längerem Fell ist das leider eine etwas fettige Angelegenheit. Kokosöl eignet sich auch gut zur innerlichen Einnahme, bitte kaltgepresst und von guter Qualität. Ab und zu ca. ein halber Teelöffel für kleinere Hunde, grössere Hunde vertragen etwas mehr. Selbst Katzen schlecken zwischendurch gerne mal davon.

Auch hier sind die Rückmeldungen unterschiedlich. Manche Tiere sprechen gut darauf an, was die Zeckenprophylaxe betrifft, andere gar nicht.

 

Schwarzkümmelöl

Da ich schon öfters darauf angesprochen wurde, ob sich dieses Öl auch zur Zeckenvorbeugung eignet, erwähne ich es hier. Wie schon gehabt, bei manchen wirkt es, bei anderen nicht.

Zu diesem Öl gibt es aber einiges zu beachten: Schwarzkümmelöl kann bis zu 1% ätherisches Öl enthalten! Es sollte nur kurmässig und nicht länger als 8 Wochen gegeben werden. Je nach Grösse des Hundes maximal 1 Teelöffel pro Tag ins Futter geben. Überdosierung kann die Leber stark belasten!

Nicht anwenden bei trächtigen Hündinnen! Wegen des Gehaltes an ätherischem Öl nicht anwenden bei Katzen!

 

Düfte

1 Teil Wasser, 1 Teil Lavendelhydrolat und 1 Teil Apfelessig

 

Diese Mischung dem Hund vor dem Spaziergang ins Fell sprühen oder von Hand leicht verteilen. Die Partien ums Maul, um die Nase, um Augen und Ohren nicht vergessen! Bitte beim Kopf nicht sprühen, das mögen die Tiere weniger. Etwas von der Mischung in die Hand geben und so verteilen.

 

Wählen Sie möglichst naturtrüben Apfelessig und achten Sie auch beim Lavendelhydrolat auf 100% naturreine Qualität ohne Alkohol. Synthetische Produkte schaden der Gesundheit von Mensch und Tier.

 

Bei Katzen am besten nur Lavendelhydrolat mit Wasser verdünnt anwenden. Ein wenig in die Hand geben und der Katze durchs Fell streichen.

 

Vorsicht!

Mittlerweilen gibt es unzählige Internetseiten und Bücher über Aromatherapie für Tiere. Es ist zum Teil sehr bedenklich und gefährlich, was da für Anwendungsempfehlungen abgegeben werden. Lassen Sie sich bitte beraten, fragen Sie lieber einmal zuviel nach, bevor Sie ätherische Öle bei Tieren in Eigenregie anwenden. Siehe auch unter Tiertherapie.

 

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie mehr darüber erfahren möchten.

 

Im Handel gibt es mittlerweilen unzählige Produkte. Seien Sie kritisch und fragen Sie genau nach, was in dem Mittel enthalten ist und wie es wirkt.

Viele Mittel gegen Parasiten enthalten Nervengift. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass dieses Nervengift über die Haut auch von unseren Tieren aufgenommen wird.

 

Katzen haben einen anderen Stoffwechsel als Hunde. Wer Hund und Katze Zuhause hat: bitte auf keinen Fall der Katze dieselben Präparate verabreichen, die für Hunde bestimmt sind. Oftmals steht sogar ein Warnhinweis drauf, dass das Produkt nur bei Hunden, nicht aber bei Katzen angewendet werden darf. Halten Sie sich daran! Auch hier gilt: Fragen Sie lieber einmal zuviel nach!

 

Seien Sie auch kritisch beim Kauf von homöopathischen Komplexmitteln die zur Zeckenabwehr angeboten werden. Die Homöopathie hat das "Ähnlichkeits-Prinzip", also ähnliches heilt ähnliches. Da stellt sich mir die Frage, wie kann so ein Komplexmittel vorbeugend wirken? Es ist ja noch gar nichts ähnliches vorhanden.....

Homöopathie ist eine sehr gute und wirkungsvolle Therapie. Allerdings braucht es eine kompetente Beratung vom Fachmann. Die weit verbreitete Meinung "hilft es nichts, schadet es nicht, es ist ja natürlich" ist leider grundlegend falsch! Das gilt im übrigen auch für die Aromatherapie.